Samstag, 29. November 2008

Weihnachten bei den Mormonen ?


Freiberg-Tempel an Weihnachten Bild:ldschruchtemples.com

Frankfurt-Tempel an Weihnachten Bild: Pressearchiv Kirche Jesu Christi



So könnte ein "typischer" Heiligabend bei Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage aussehen.
Natürlich sind einige Punkte der folgenden Darstellung etwas oder durchaus gewollt überspitzt. Abweichungen sind bei den verschiedenen Mitgliederfamilien selbstverständlich möglich.

Ein "typischer" Heiligabend bei den Mormonen:

WICHTIG!
1.
Mormonen glauben nicht, dass Jesus Christus am 24. Dezember geboren ist, sondern am 6. April. So hat es der Prophet Joseph Smith im April 1830 empfangen. (Siehe "Lehre und Bündnisse 20:1). Trotzdem ermutigt die Präsidentschaft der Kirche die Mitglieder, Weihnachten im Dezember wie alle anderen Christen auch zu feiern.

2.
Vor Weihnachten wird viel gebacken und zubereitet. Mormonen sind ja bekannt für ihr gutes Essen!

3.
Der Weihnachtsbaum wird wie üblich geschmückt. Manche Heilige der Letzten Tage setzen aber auf die Spitze anstelle eines Sterns eine Statue des Engels Moroni. Dieser ist auch auf den Turmspitzen von Tempeln zu finden. Mit seiner Trompete verkündet er das ewige Evangelium denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern. (Erhältlich ist der Engel zum Beispiel im Internet: http://www.souvenirstop.com/collectibles.html)

4.
Heiligabend wird im Kreis der Familie gefeiert, denn die Familie hat einen sehr hohen Stellenwert in der Kirche.

5.
An Heiligabend gibt es auch in den meisten Gemeindehäusern eine kurze (Abendmahls-)Versammlung, manche am Nachmittag, manche am Abend.

6.
Da Heiligabend genauso wie ein Sonntag heilig ist, wird kein Geld ausgegeben und auch kein Sport betrieben.

7.
Heiligabend soll sehr besinnlich gefeiert werden.

In einer Weihnachtsbotschaft rät die Erste Präsidentschaft:
“… möge der wahre Geist der Weihnacht über jedem von uns ruhen. Trage wir dazu bei, dem Trend entgegenzuwirken, entgegen der starken Kommerzialisierung von Weihnachten, indem wir uns im Familienkreis versammeln und über die wunderbare Geschichte Seiner Geburt lesen und nachdenken. Mögen wir unsere Liebe gegenüber anderen zeigen nicht nur mit aufrichtigen Geschenken und Grüßen, sondern auch mit Ausdrücken von Liebe und Freundlichkeit. Mögen wir unsere Liebe zu Gott mit Anbetung erfüllt von Liebe und Wahrheit zeigen, auch indem wir seine Gebote halten.”
(Church News, December 18, 1971, p. 3.)

Oft wird in der Familie die "Weihnachtsansprache" der Ersten Präsidentschaft gelesen und darüber gesprochen. Im Hintergrund läuft weihnachtliche Musik des Tabernakelchors. Ein Familiengebet ist an Heiligabend, wenn die gesamte Familie beisammen ist, nicht unüblich.


8.
Wer das Glück besitzt, in der Nähe eines Tempels zu wohnen, kann die Gelegenheit nutzen nach dem Essen einen Spaziergang auf dem Tempelgelände zu machen, das zur Weihnachtszeit (wie eigentlich jeden Abend) schön beleuchtet ist. Am Frankfurt- und Freiberg-Tempel wurde in den letzten Jahren auch ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt.

Kommentare:

Michemily hat gesagt…

Ich bin Mormon und bin in Salt Lake City aufgewachsen. Meine ganze Familie ist Mormon. Sind nicht viele Dinge hier normal für viele Leute, nicht nur Mormonen?

Auch, wir hatten einen Engel auf der Spitze des Baumes, aber nicht Moroni. Ich habe nie gehört, dass jemand Moroni auf der Spitze hatte.

Ich habe noch nie eine Abendmahlsversammlung am Heilgabend gesehen.

In Amerika, spielen und Geld ausgeben ist kein Problem, nur wenn Heiligabend oder Weihnachten am Sonntag ist. Aber es ist nicht so einfach zu tun, weil alles zu ist . . .

Ich habe nie ein besonderes Familiengebet am Heiligabend gesehen--nur das normale Gebet wie an einem normalen Tag.

Interessant, dass es andere Traditionen in Deutschland gibt.

Mormoogle hat gesagt…

Als Mormone aus D kann ich Deinen, in der Tat überspitzten Beitrag, nicht unkommentiert lassen:

1) Ich habe noch keine Abendmahlsversammlung am Heiligabend erlebt (dies war nur der Fall, wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt), vielmehr handelt es sich in der Regel um eine Art "Weihnachtsandacht" von ca. einer Stunde.

2) Kenne ich NIEMANDEN, der den Engel Moroni als Baumspitze besitzt. Ich für meinen Teil empfinde es auch als etwas geschmacklos.

3) Gehe ich Heiligabend noch schnell etwas einkaufen, wie viele andere Mitglieder die ich kenne auch. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, bitte gib einmal die entsprechenden Quellen für die Gleichbehandlung Sabbat - Heiligabend an. Würde mich wirklich sehr interessieren.

3) Lesen wir die Weihnachtsgeschichte und nicht die "Weihnachtsbotschaft" der ersten Präsidentschaft, die natürlich auch absolut lesenswert ist.

4) Hören wir "Allerwelts" Weihnachtsmusik.

5) Beten wir "normale" Gebete wie an jedem anderen Tag. Die Idee mit dem Familiengebet ist aber interessant.

Vielleicht solltest Du den Begriff "typisch", auch wenn der Artikel überspitzt sein soll, eher in Anführungszeichen setzen. Dieses Wort kann man schnell überlesen und eventuell ein falsches Bild der "mormonischen" Weihnachten bekommen.

VG und einen schönen ersten Advent!

Bettina hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Bettina hat gesagt…

Ich finde das mit dem Moroni-Engel ganz und gar nicht geschmacklos, sondern eine Super-Idee. Ich glaube, das ist der einzige Weihnachtsbaumschmuck, den ich mir jemals noch kaufen und verschenken werde.
Ich finde Peters Ideen hier sowieso super! Endlich mal brauchbare Tips für Weihnachtsgeschenke! Allein die Musik, die hier vorgestellt wird! Ich habe zwei Söhne, deren Musik mir ganz schön auf den Senkel geht, aber die hier vorgestellte Musik mögen wir alle.

Bettina hat gesagt…

Ich finde es sogar wichtig angesichts der jüngsten Boykott-Aufrufe, HLT-Verkäufer in JEDER HINSICHT zu unterstützen.

Anonym hat gesagt…

Lehre und Bündnisse 1:20 sagt nicht eindeutig aus, dass Jesus am 6. April geboren wurde. Es ist die Rede davon, dass die Kirche "eintausendachthundertdreißig Jahre nachdem unser Herr und Erretter Jesus Christus im Fleische gekommen ist" gegründet wurde. Dies kann auch als Jahresangabe verstanden werden. Die spätere Nennung des Datums bezieht sich möglicherweise nur auf die Kirchengründung, nicht auf die Geburt Jesu. Einige Kirchenführer haben diese Schriftstelle so gedeutet, dass das genaue Geburtstdatum Jesu erkennbar wird, andere nicht.